Flaggen-Chaos

Juli 5, 2008

Der CvD hätte es sofort gesehen, wenn,…, ja wenn nicht genau zu diesem Zeitpunkt auf einem der vielen Bildschirme in der Regie die Russen das erste Tor gegen die Niederlande geschossen hätten. Da gingen kurz die Blicke hin. Menschlich verständlich und so ist es dann passiert.

Worte von Thomas Hinrichs, seines Zeichens Zweiter Chefredakteur bei ARD-aktuell. Geschrieben vor knapp zwei Wochen, als in den Tagesthemen folgende deutsche Flagge zu sehen war:

Nun also das:

Zugegeben: Den meisten dürfte kaum aufgefallen sein, dass der untere weiße Streifen gar nicht mehr zur amerikanischen Flagge gehört, aber mal ehrlich - wieso fällt der Fehler den Machern der “Tagesthemen” erst nach der Ausstrahlung auf? So viel Schlafmützigkeit kann es eigentlich nicht geben.


Nicht so einfach

Juni 9, 2008

Dass ihr Name nicht immer leicht zu behalten sei, hat “Tagesthemen”-Moderator Caren Miosga schon in mehreren Interviews betont. Ausgerechnet bei ihrem Arbeitgeber hat er sich aber offensichtlich noch nicht herumgesprochen, wie ein Blick in den ARD-Text verrät.

ARD-Text


Nachsitzen!

April 29, 2008

Man kann wirklich manchmal nur den Kopf darüber schütteln, was in der “Bild”-Zeitung so alles steht. Das Einschätzen von Einschaltquoten sollten die Kollegen besser nochmal üben, denn in einem Artikel zur Lage der ARD-Polittalks wurde Folgendes geschrieben:

Seit September 2007 moderiert Anne Will (42) jeden Sonntag um 21.45 Uhr ihre ARD-Polit-Talkshow. Doch die Quoten sind schwach, schon bei der zweiten Sendung schalteten nur noch 3,26 Millionen Zuschauer ein (Vorgängerin Sabine Christiansen holte fast 5 Mio.).

Und weiter:

Wills Quoten schwächeln, Plasberg begeistert hingegen mit seinem Talk am späten Mittwochabend mit spannenden Gesprächen und tollen Gäste.

Dabei wäre doch alles so einfach: Ein Blick auf die Quoten der letzten Wochen hätte das glatte Gegenteil bewiesen. Während sich “Hart aber fair” (oft gegen Fußball) nicht gerade leicht tat, haben sich die Zuschauerzahlen von “Anne Will” in letzter Zeit deutlich erholt. In den vergangenen Wochen lag der Talk zum Teil sogar mehrfach deutlich über der Marke von vier Millionen Zuschauern und damit sogar leicht über dem Niveau von Sabine Christiansen. Nachsitzen!


Wie man’s macht

April 22, 2008

Es ist wirklich schade: Da wird immer wieder auf den öffentlich-rechtlichen Sender herumgehackt, wenn es um anspruchsvolle Sendungen im Abendprogramm geht und wenn ARD und ZDF dann mal tatsächlich über ihren Schatten springen, schaut so gut wie niemand zu. So geschehen am Montagabend: Dank der ARD-Themenwoche wurde die anderthalbstünde Dokumentation “Alt sein auf Probe” zur besten Sendezeit ausgestrahlt - und am Ende waren gerade mal zwei Millionen Zuschauer dabei.

Sicherlich: Auch die ARD selbst trägt eine Mitschuld, hat man das Publikum doch im Laufe der Jahre von solchen Filmen Schritt für Schritt entwöhnt. Dass trotzdem nur so wenige Zuschauer den Weg fanden, ist aber einfach schade. Ach ja: Nächste Woche kommt übrigens wieder der “Winzerkönig”…


Zahlenspiele

März 9, 2008

In München darf gejubelt werden, denn der “Musikantenstadl” konnte sich am Samstagabend erwiesenermaßen gegen “Deutschland sucht den Superstar” durchsetzen. Klar, dass man das gerne noch einmal per Pressemitteilung betont. Und so freute man sich um 12:20 Uhr wiefolgt:

presseportal.de

So weit, so gut. Irgendetwas scheint allerdings nicht gestimmt zu haben, sodass sechs Stunden später eine weitere Mitteilung erschien:

presseportal.de

Demnach scheinen die Quoten bei der ersten Meldung falsch gewesen zu sein - bei Versuch zwei hat man sich dann korrigiert. Ich frage mich allerdings, a) warum man davon ausgeht, dass die Zahlen falsch sind (meiner Meinung nach waren sie schon um 12:20 Uhr richtig) und b) warum man in der zweiten Meldung auf Korrekturen hinweist und dann wieder die exakt gleichen Zahlen wie sechs Stunden zuvor verwendet.


Es hat gesprochen

Februar 12, 2008

So, nun liegt die erste Ausgabe von “Bruce” endlich hinter uns. Ein Format, auf das eigentlich niemand gewartet hat. Und das so unspektakulär ist, dass es die vielen Worte im Vorfeld eigentlich gar nicht Wert war. Bleibt nur die Frage, was mit Bruce Darnell passiert, wenn seine ARD-Show floppen sollte. Vielleicht darf er ja dann trotzdem wieder zu ProSieben - als Promi-Kommentator bei “Simply The Best” mit Sonya Kraus vielleicht.

Für Quotenmeter.de habe ich heute einen Text über die Premieren-Ausgabe von “Bruce” verfasst. Auf ein paar Worte mehr oder weniger kommt es schließlich auch nicht mehr an…

«Bruce» im Ersten: Drama mit Happy End

Als schräger Laufsteg-Trainer mit Tränen in den Augen, gebrochenem Deutsch und in hochhackigen Schuhen avancierte Bruce Darnell bei «Germany’s Next Topmodel» zum heimlichen Star und stahl Heidi Klum glatt die Show. Nach zwei Staffeln ist die Popularität des 50-Jährigen auch in der ARD angekommen. Weil im Ersten noch immer die langjährige Quotenlücke am Vorabend klaffte, buhlte man um Darnell und gewann schließlich.

Am Dienstag war es dann so weit: Um 18:55 Uhr begann sie also – «Bruce – Eure Styling-Show». Ja, die alten Herren der ARD haben sich tatsächlich ganz jung gegeben und den Untertitel mit dem lächerlich wirkenden Wörtchen „Eure“ aufgemotzt. Glaubwürdigkeit steht an erster Stelle. Immerhin: Wenn man Bruce Darnell eines nicht vorwerfen kann, dann, dass er nicht glaubwürdig sei. Er ist einfach, wie er ist. Und das muss man wissen, bevor man sich eine Show mit ihm ansieht.

In Anbetracht dessen verlief die Premiere eigentlich genau so, wie man es erwarten konnte. Schlicht, gemischt mit ein bisschen Schicki und ein wenig Micki. Darnells erster Fall war gleich ein besonders schwerer - ein “Drama”, möchte man fast sagen: Die gut aussehende 22-jährige Christina ist todunglücklich, weil sie sich hässlich und unweiblich fühlt. Doch schon bei der ersten Begegnung gibt Darnell seiner Kandidatin einen guten Ratschlag mit auf den Weg: „Das Aussehen, das kommt und geht.“ Es komme viel mehr auf das „Heart“ an, gibt er Christina mit auf den Weg.

Doch das alleine hilft selbstverständlich bei einer solch komplizierten Sachlage nicht – dafür bedarf es schon eines kompetenten Helferteams, das aus der Modefachfrau Katja und der Make-Up- und Frisuren-Spezialistin Anne besteht. Sie und Bruce Darnell stellen schnell fest: Christina braucht wieder Spaß am Leben – am besten geht das natürlich in knapper Bekleidung auf dem Catwalk. „Wie ein Topmodel“, jubelt Darnell, als er seine Kandidatin laufen sieht. Am Ende reicht es nur noch zu einem „Wow“, wie es Howard Carpendale in seinen Liedern nicht schöner hätte hauchen können.

Nach dieser Erfahrung, gepaart mit einem Fotoshooting, fällt es der hübschen Kandidaten wie Schuppen von den Augen – sie sieht ihren Körper mit anderen Augen, wie Christina zu Protokoll gibt. Oder wie es Bruce sagt: „Supa! Supa! Supa!“ Natürlich in Kombination mit einem wilden Klatschen. Was bei anderen als „verrückt“ oder „peinlich“ abgestempelt wird, steht hier auf der Tagesordnung: Es ist einfach 100 Prozent Bruce. Ob man ihn mag oder nicht.

Eines wird nun schnell klar: Ein Happy End steht unmittelbar bevor, doch eine kleine Überraschung hat Bruce Darnell noch in seiner „Handetasche“. Eine neue Frisur, die das gute Aussehen der Kandidatin noch unterstreichen und ihr neu gewonnenes Selbstwertgefühl weiter verbessern soll. Nach ihrer Begegnung mit Bruce Darnell wirkt die 22-Jährige fast schon gereinigt – so wie sich andere Menschen nach einem Treffen mit dem Dalai Lama fühlen müssen. „Ich bin Christine“, sagt sie voller Stolz. „Ich stehe dazu! Und ich bin glücklich!“ Bruce sei Dank.


Es spricht

Februar 11, 2008

Morgen startet die neue hippe ARD-Show mit Bruce Darnell. So beschreibt der Meister höchstpersönlich das Format:

“Ich habe ne Staling- un ne Maik-Up-Team dabei. Ich bin eine kleine Tal von diese ganze Format. Ich hab eine wahnsinnig tolle Camera-Team, des sie mich begleiden. Ich betrachte mich selbst es so ne kleine Fleck, weil alleine schafft man das nicht. Aber auf die andere Seite, ähm…, ich bin da und versuk, etwas Gutes su tun.”

Mehr davon gibt’s am Mittwoch in meiner Kolumne “Kreis runde Sache” bei Quotenmeter.de


Vierschanzentournee ohne RTL

Januar 2, 2008

Wie verärgert war man heute Morgen in Köln, als die Quoten der Vierschanzentournee auf dem Tisch lagen? 6,61 Millionen Zuschauer erreichte das Erste mit dem zweiten Springen am Neujahrstag. Der Beweis:

Foto Screenshot RTL Text

Bis zum vergangenen Jahr hatte RTL bekanntlich die Tournee-Rechte inne. Zwar erreichte man damals “nur noch” rund 5,5 Millionen Zuschauer, doch gemessen an dem, was man in diesem Jahr serviert bekam, wäre man sicherlich dankbar gewesen um eine solch hohe Reichweite. Stattdessen gab’s das hier:

Foto Screenshot RTL Text

Übrigens: Lustig, dass die ARD gestern mit Dieter Thoma den einstigen RTL-Experten im Studio hatte und das Springen auch noch von Ex-RTL-Mann Tom Bartels kommentiert wurde. Um ein Haar hätte auch Günther Jauch da sein können. Aber das ist bekanntlich eine andere Geschichte.